Rettenbach: Von der Einöde über den Liebfrauenhof zum Bio-Klostergut
Qualität und Nachhaltigkeit gehen vor, so lautet das Prinzip von Familie Resele, den Besitzern des Klosterguts Rettenbach in der Gemeinde Baindlkirch. Seit sie 2008 den Hof erworben haben, betreiben sie einen zertifizierten Bio-Betrieb mit dem Verkauf von Getreide, Kartoffeln, Christbäumen, Eiern und Holz.
Dies erfuhren die fast 30 Besucher von Barbara und Erwin Resele, die auf Einladung der Dorfbelebung Mittelstetten am Ostermontag bei strahlendem Sonnenschein auf ihrem ‚Emmausgang‘ von Mittelstetten nach Rettenbach gewandert waren.
Während des gemütlichen Einkehrschwungs in der Laube, in der sich ehemals Schülerinnen des Maria-Ward-Gymnasiums Augsburg bei ihrem Aufenthalt seit Generationen erholten, schilderten die Gastgeber die interessante Geschichte dieses bemerkenswerten Gutes:
Seit dem 17. Jahrhundert in Privatbesitz wurde es 1934 mit 57 ha Land von den ‚Englischen Fräulein (‚Maria Ward-Schwestern‘ bzw. ‚Congregatio Jesu‘) übernommen und zu einem Musterbetrieb und Lehrgut entwickelt, das weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt wurde. Als Versorgungshof für den Orden mit Sitz in Augsburg, der sich der Bildung von Mädchen verschrieben hat und in der Frauentorstraße eine ‚höhere Schule‘ betrieb, bewirtschafteten 6 bis 13 Schwestern den ‚Liebfrauenhof‘. Sie versorgten ca. 50 Jahre lang das Mutterhaus in Augsburg zuverlässig mit Lebensmitteln. Als der Nachwuchs an Schwestern immer weniger wurde, verpachtete man 1980 die Felder und nutzte das Bauernhaus bis 2014 als Schullandheim für die Maria-Ward-Schülerinnen.



Für die Teilnehmer des Emmausgangs wurde bei diesem interessanten Besuch erlebbar, dass das Klostergut Rettenbach bis heute ein etwas verborgener, jedoch sehr lebendiger Bestandteil der Region ist.























